

Bodensee
Königsweingarten anlegen. Dafür importierte er Spätbur-
gunderreben aus dem Burgund. Heute ist etwa die Hälfte
der gesamten Rebfläche am badischen Bodensee mit dieser
edlen Rotweinsorte bestockt.
Am Bodensee kann man ein besonderes Klima beobachten.
Hier herrscht von allen deutschen Weinanbaugebieten die
höchste Sonneneinstrahlung. Während der langen Vegetati-
onsperiode von April bis Oktober beträgt die Sonnenschein-
dauer durchschnittlich 1.400 Stunden. Begünstigt wird das
Klima auch durch lange milde Herbstperioden und reichlich
Niederschlägen. Die Sonnenstrahlen reflektieren auf der
Wasseroberfläche des Bodensees, wovon insbesondere die
seenahen Weinlagen profitieren. Diese Reflektionswirkung
ist auch noch weit bis ins Hinterland zu spüren. Die ca. 540
Quadratkilometer große Wasserfläche des Sees wirkt
außerdem als Wärmespeicher. Dadurch werden die Tempe-
raturen im Sommer gedämpft, während weit in den Herbst
hinein die aufgenommenen Temperaturen wieder abgege-
ben werden. Dies verleiht den Trauben eine lange Reifezeit.
Die Terroir des Weinanbaugebietes Bodensee sind unter-
schiedlich geprägt: unmittelbar am See sind eiszeitliche
Verwitterungsböden. Eine Schicht Moränenschotter von
den eiszeitlichen Gletschern liegt hier auf weichem Sand-
steinfels. Dadurch bekommen die Weine ihre bekannte
filigrane und feine Fruchtigkeit. Im Tal des Hochrheins sind
Schwemmsandböden, auf denen vor allem die Burgunder-
sorten ideale Wachstumsbedingungen haben. Die Reben
am Hohentwiel stehen auf vulkanischem Gestein. Die
höchst gelegenen Weinberge Deutschlands sind in der
vulkanischen Landschaft des Hegau rund um den Vulkan
Hohentwiel mit bis zu 560 Metern zu finden. Die Reben
stehen in steiler Lage auf Vulkans- und Tuffgestein, hier
reifen mineralische Weine mit herzhaft-eleganter Note.
Traumhafter Sommerabend am Bodensee
Der Bodensee bei Überlingen
Fischerboote auf der Insel Reichenau